Featured

Editorial Juni

SymbolbildUnd was denst du so? Denkst du schon an den Urlaub? Der Monatsspruch hat mich ins Nachdenken gebracht. Ich habe mich gefragt, wer könnten die „Gefangenen“ oder „Misshandelten“ sein, an die ich denken sollte?! Ich habe mich an ein Praktium beim Schwarzen Kreuz in Celle erinnert.

Es ist lange her, aber die Begegnungen mit Inhaftierten im Gefängnis haben in mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dann musste ich an meine Tochter denken, die in einem Frauenhaus jobbt, wo Frauen Zuflucht suchen, die Opfer von Misshandlungen geworden sind. Mein nächster Gedanke war, dass die Frauen, die uns am Donnerstag im Begegnungscafé besuchen, ja auch viel durchgemacht haben und es nicht leicht haben, in unserem Land eine neue Heimat zu finden.

Und was ist mit den Menschen, die uns am nächsten sind? Was für ein Segen, Menschen um sich zu haben, die an einen denken und für einen beten! So soll es sein – in unseren Familien und natürlich auch in unserer Gemeinde.

Je mehr ich über den Monatsspruch nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass dieses „Denkt an!“ wirklich bedeutsam ist. Es bedeutet nämlich mit den Gedanken nicht ständig um sich selbst zu kreisen. Es geht darum, die Menschen zu sehen, die von anderen übersehen werden. Wo begegnen dir Menschen, die dich brauchen? Menschen, die kein mitleidiges Lächeln brauchen, sondern echtes Mitgefühl. Wie kannst du diesen Menschen zeigen, dass du an sie denkst, für sie betest und ja auch mit ihnen mitfühlst?

Denkt an das an den Heiligen Geist gerichtete Hingabegebet, über das ich am Pfingstsonntag gepredigt habe. Da heißt es: „Lass mich ein Kanal der Liebe und Heilung, der Kraft und des Segens sein – für jeden, den du mir heute in den Weg stellst.“ Das Schöne ist, dass ich Liebe, Heilung, Kraft und Segen empfange, wenn ich sie durch mich hindurch zu anderen fließen lasse. Es ist geheimnisvoll, ein spirituelles Erleben: Mir fließt immer noch mehr Liebe, Heilung, körperliche und geistige Kraft und Segen zu, wenn sie durch mich hindurch zu anderen fließt.

Also, achte auf deine Gedanken. Und denk mal darüber nach, wer dir in den Sinn kommt, wenn du an die Johannesgemeinde denkst?!

Dziewas Ralf

 

 

 

 

Herzlich, euer Roland Bunde